Bauzinsen
Wirtschaftskrise und Währungssorgen haben für ein historisch niedriges Zinsniveau am Kapitalmarkt gesorgt. Diese bilden ein sehr gutes Fundament für aktuelle Bauzinsen. Zehnjährige Bundesanleihen wiesen Renditen von unter 2,5% aus, Tagesgeldzinsen knacken nur mit Mühe die 1%-Schwelle. Schlechte Zeiten für Anleger - gute Zeiten für Schuldner: wer nun sein Traumhaus baut oder eine schöne Eigentumswohnung kaufen will, kann selbst bei Zinsbindungen von zehn bis 15 Jahren noch mit einer drei vorm Komma finanzieren. Selbst längere Zinsbindungen sind mit Konditionen um die 4% im historischen Vergleich unschlagbar günstig. Das sind gute Zeiten für aktuelle Bauzinsen.
Doch sollten die von Banken und Finanzierungsvermittlern beworbenen Konditionen hinterfragt werden: meist beziehen sich diese auf erstklassig besicherte Darlehen und Kunden bester Bonität. Diese Voraussetzungen sind jedoch bei Bauherren und Erstkäufern selten, so dass mit teils erheblichen Aufschlägen auf die Top-Konditionder aktuellen Bauzinsen zu rechnen ist.
Dreh- und Angelpunkt der Konditionsberechnung ist der so genannte Beleihungsauslauf: dabei wird ein Beleihungswert eines Objektes ermittelt: meist beträgt er 90% des Kaufpreises, in manchen Regionen sind auch höhere Abschläge möglich. Eine Finanzierung, die 60% des Beleihungswertes nicht überschreitet, gilt bei Banken als besonders sicher, der Antragssteller wird mit den Top-Konditionen belohnt. Auch eine Darlehensaufnahme bis 80% des Beleihungswertes gilt noch als gut, die Konditionsaufschläge bewegen sich in moderatem Rahmen der aktuellen Bauzinsen. Wer jedoch mehr aufnehmen oder sogar 100% des Kaufpreises finanzieren muss, muss für das höhere Risiko der Bank erheblich höhere aktuelle Bauzinsen zahlen. Die in der Werbung kommunizierten Konditionen bleiben utopisch.
Ebenso ist mit Aufschlägen zu rechnen, wenn der Kreditnehmer seinen Lebensunterhalt aus gewerblichen Einkünften bestreitet, ein ausgefallenes Objekt erwirbt oder nur eine kleinere Darlehenssumme aufnehmen möchte. Sondertilgungen oder die Möglichkeit zur Ratenänderung werden meist aufschlagsfrei oder gegen geringe Mehrkosten vereinbart. Aktuelle Bauzinsen müssen also auch darauf geprüft werden, ob diese Mehrkosten bereits in den angezeigten Zinsen enthalten sind.
Ein besonderes Augenmerk ist auf den Effektivzins zu legen: nach einer Gesetzesänderung sind auch fiktive Konditionen nach Zinsbindungsende darin auszuweisen. Da diese Zinssätze heute kaum prognostizierbar sind und jedes Institut eigene Annahmen treffen kann, bietet dieses Modell Raum für kosmetische Gestaltung. Sinnvoll ist daher, zum Vergleich von Angeboten aktueller Bauzinsen auch auf den Nominalzins, die jeweiligen Gebühren und Ratenzahlungs- und Tilgungsverrechnungsweise zu achten.
Wer dies beachtet, im Voraus seine Finanzierung plant und Konditionen unterschiedlicher Anbieter vergleicht, kann das historische Zinstief nutzen, um günstig und langfristig kalkulierbar den Traum vom Eigenheim umzusetzen. Aktuelle Bauzinsen sind momentan also geradedazu bestimmt, um Ihren Neu- oder Umbau zu finanzieren.